Rote, blaue und grüne Fischerboote liegen in einer Bucht vor Anker, im Hintergrund ein großer Berg.
Mehrere Fischerboote liegen in den blauen Gewässern der Blacksod Bay, County Mayo, vor Anker. Courtesy Gareth McCormack/garethmccormack, Failte Ireland / Tourism Ireland

Blacksod Bay – der Leuchtturm, der den D-Day verschob

📍 Blacksod Bay, Mayo

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
März, April, Mai & Oktober: Samstag & Sonntag 11:00–17:00 Uhr Juni, Juli & September: Montag bis Sonntag 11:00–17:00 Uhr August: Montag bis Sonntag 10:00–17:00 Uhr Die Galerien schließen um 16:45 Uhr
🅿️ Parken
Kostenlose Parkplätze am Blacksod Harbour und ein eigener Parkplatz am Leuchtturm.

Zuletzt aktualisiert: 5. Juli 2026

Ein geschütztes Tor zum Atlantik

Blacksod Bay (irisch: Cuan an Fhóid Duibh) ist eine breite, geschützte Atlantikbucht an der Erris-Küste im Norden des County Mayo. Begrenzt von den flachen, mit machair bedeckten Sanddünen der Mullet-Halbinsel im Westen und der Gemeinde Kiltane im Osten, sind der granitreiche Untergrund und die ruhigen Gewässer der Bucht seit Jahrhunderten ein verlässlicher Ankerplatz. Vom geschäftigen Hafen aus siehst du die Silhouette von Achill Island im Süden und die fernen Gipfel des Mullet, die den Horizont einrahmen. Die Gegend liegt direkt am Wild Atlantic Way, verbindet maritimes Erbe mit lebendiger Gaeltacht-Kultur und bietet eine friedliche Alternative zu den wilderen Atlantikabschnitten weiter nördlich.

Der Leuchtturm, der Geschichte schrieb

Das bekannteste Wahrzeichen der Bucht ist der Blacksod Lighthouse, ein gedrungener, zweistöckiger quadratischer Turm, entworfen von John Swan Sloane im Jahr 1863 und in den 1860er-Jahren aus Granit erbaut, der am nahe gelegenen Termon Hill gebrochen wurde. Anders als die üblichen zylindrischen Türme verleihen ihm sein zinnenartiges Design und der nackte Stein ein festungsähnliches Aussehen. Seinen Ruhm verdankt er dem Zweiten Weltkrieg. Am 3. Juni 1944 wurden die hier gemessenen Wetterdaten – Windstärke 6 und ein fallendes Barometer – durch die Befehlskette weitergereicht und veranlassten die Alliierten, die D-Day-Landung um 24 Stunden zu verschieben – eine Entscheidung, die vermutlich Tausende Leben rettete und bessere Bedingungen für die Invasion am 6. Juni sicherte. Die Messung wurde von Maureen Flavin Sweeney vorgenommen, die den Leuchtturmwärter Ted Sweeney heiratete und 100 Jahre alt wurde; sie starb im Januar 2024.

Heute führen Führungen durch die ehemaligen Wohnräume des Leuchtturmwärters, mit Kriegsartefakten und Geschichten aus dem Leuchtturmleben der Familie Sweeney, die noch immer in der Gegend lebt. In der Nähe erinnert ein Gedenkgarten an die Auswanderer des Tuke Fund – über 3.300 Menschen aus dem Nordwesten von Mayo und von Achill, die 1883 und 1884 von diesem Hafen nach Boston und Québec segelten, um der Armut der Hungersnot zu entkommen. Das Heritage Centre in Belmullet hält frei zugängliche Aufzeichnungen für Nachfahren bereit, die ihre Wurzeln erforschen möchten.

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Küstenwanderungen & Skulpturenpfade

Die Landschaft rund um die Bucht ist durchzogen von Wanderwegen und öffentlicher Kunst. Der Claggan Mountain Coastal Trail verläuft entlang des Ostufers über Bohlenwege und Strand, mit Informationstafeln zur Ökologie der Torfmoore und zum Torfstechen, und ist dank des ebenen Geländes für Familien und Gelegenheitswanderer geeignet. Weiter entlang der Küste ist Deirbhle’s Twist – eine Spirale aus aufgerichteten Steinen auf der Landspitze über der Bucht – eines der Werke auf dem Tír Sáile, dem North Mayo Sculpture Trail. Etwas landeinwärts in Belmullet erzählt das Saint Deirbhle’s Heritage Centre die Geschichte der Heiligen aus dem 6. Jahrhundert, die hierher floh, neben lokaler Folklore, Archäologie und dem Tuke-Auswanderungsprogramm.

Für das weitere Erbe der Gegend deckt das Besucherzentrum SOLAS in Eachléim die Erris-Halbinsel und ihre vorgelagerten Inseln mit Galerien lokaler Geschichten, Kunst und maritimer Geschichte ab – ein guter Stopp bei schlechtem Wetter.

Sea Safaris & Inselexpeditionen

Der Hafen ist Ausgangspunkt für Meeresausflüge. Blacksod Sea Safari bietet saisonale Touren an (vorher buchen) zu den Inishkea-Inseln, Robbenkolonien und den Klippen von Duvillaun. Die Tour zu den Inishkea-Inseln beinhaltet einen geführten Spaziergang über Inishkea South, vorbei an frühmittelalterlichen Bienenkorbhütten, mit Sand gefüllten verlassenen Cottages und einem Denkmal für einheimische Fischer, die bei einer Ertrinkungstragödie ums Leben kamen.

Kürzere Wildtier-Kreuzfahrten konzentrieren sich auf Meeressäuger und Seevogelkolonien, während spezielle Angeltouren auf Köhler, Kabeljau und Makrele zielen. Für Luftfahrtbegeisterte: Auf dem Leuchtturmgelände befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz, der vom Irish Coast Guard und von Wartungsteams genutzt wird, die den Blackrock Lighthouse betreuen, Irlands westlichstes Leuchtfeuer, 12 Meilen vor der Küste auf Blackrock Island.

Wildtiere & Vogelbeobachtung

Blacksod Bay und das benachbarte Broadhaven sind zusammen ein Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, und das zeigt sich: Die geschützten Gewässer, Wattflächen und Dünen bieten das ganze Jahr über einer Vielzahl von Vögeln Lebensraum. Zwischen Ende September und April zieht die Küste Eistaucher, Ohrentaucher, Mittelsäger und Ringelgänse an. Im Sommer kommen Zwerg- und Brandseeschwalben, die wiederum Raubmöwen anlocken. Küstendünen und Gezeitenzonen sind regelmäßige Lebensräume für Austernfischer, Goldregenpfeifer, Pfuhlschnepfen und Alpenstrandläufer.

Weiter nördlich bieten der Parkplatz Glenlara und die Landspitze Gubastuckaun hervorragende Aussichtspunkte, um Berghänflinge, Alpenkrähen, Merlin und vorbeiziehende Schwarzschnabel-Sturmtaucher zu beobachten. Auch die Meeresfauna ist reichlich vorhanden; Zwergwale, Große Tümmler, Schweinswale und Seehunde werden bei Bootstouren häufig gesichtet. Die nahe gelegenen Termoncarragh Meadows, die von BirdWatch Ireland verwaltet werden, werden gezielt für brütende Wachtelkönige gepflegt und sind für Besucher im frühen Frühling einen Abstecher wert.

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Praktische Informationen

Das Besucherzentrum des Leuchtturms und die Führungen erfordern eine Voranmeldung, besonders in den Sommermonaten. Der Turm selbst ist nur über Treppen zugänglich und nicht rollstuhlgerecht, obwohl die Hafenpromenade und die Parkplätze eben und für die meisten Besucher geeignet sind. Kostenlose Parkplätze gibt es am Blacksod Harbour und einen eigenen Parkplatz am Leuchtturm. Einfache Toiletten befinden sich am Hafen, und ein Coffee Pod am Pier serviert Kaffee, Tee und einfache Snacks; für Pubs, Geschäfte und eine vollständige Mahlzeit musst du ein kurzes Stück zurück nach Belmullet fahren.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind begrenzt: Die Bus-Éireann-Linie 446 verbindet Belmullet mit Bangor Erris, Bellacorick, Crossmolina und Ballina, aber nur ein Bus pro Richtung fährt täglich (auch sonntags), mit weiteren Bahnanschlüssen in Ballina. In der Praxis brauchst du ein Auto. Belmullet, ein kurzes Stück nördlich, ist der Ort für Hotels, B&Bs, Geschäfte und Essen. Buche Leuchtturmführungen im Voraus über die offizielle Website und plane mindestens zwei Stunden für das Besucherzentrum, die Promenade und einen Küstenweg ein.