St Gobnait's Shrine und Friedhof, Ballyvourney, Co. Cork
St Gobnait's Shrine und Friedhof, Ballyvourney, Co. Cork Ceoil / Wikimedia Commons / CC0

Heilige Quellen und uralte Kultstätten – neun Orte, die in Irland noch heute besucht werden

Veröffentlicht am 1. Juli 2026

Fingal County Council schätzt, dass es in Irland rund 3.000 heilige Quellen gibt – und die meisten davon schaffen es nie in einen Reiseführer. Sie liegen an Feldwegen, in den Ecken von Friedhöfen, am Fuß von Klippen, und an vielen hängen noch Bänder und Rosenkränze, die erst in den letzten Wochen dort zurückgelassen wurden. Die neun folgenden Orte sind die, für die sich ein Umweg lohnt – Quellen, an denen die Menschen noch immer die Runden gehen, Steinkreise, die auf den Sonnenuntergang zur Sonnenwende ausgerichtet sind, ein Keilgrab, das zugleich als verborgener Altar diente. Zu manchen fährst du in einer Minute; für einen musst du eine befahrene Bahnstrecke zu Fuß überqueren. Wenn du nur einen einzigen besuchst, dann den ersten. Den letzten hebst du dir für einen klaren Abend auf, denn dort ist das Licht die eigentliche Hauptsache.

1. St Gobnait’s Shrine, County Cork

St Gobnait’s Shrine in Ballyvourney ist der Ort, mit dem du beginnen solltest, denn hier ist der alte Brauch nie abgerissen. Pilger gehen noch immer den turas, einen Rundgang aus elf Stationen im Uhrzeigersinn (deiseal), und beten an jeder sieben Vaterunser, sieben Ave-Maria und sieben Mal das Gloria. Die Legende, die den Schrein an diese Stelle brachte, solltest du vor dem Besuch kennen: Gobnait, eine Frau aus Clare aus dem 5. oder 6. Jahrhundert, erhielt von einem Engel den Auftrag, sich dort niederzulassen, wo sie neun weiße Hirsche beisammen grasen sähe. Drei sah sie nahe Clondrohid, sechs weitere bei Killeen und schließlich alle neun auf dem Hügel über dem River Sullane – und blieb.

Alte behauene Grabsteine und Steinplatten auf dem umfriedeten Friedhof am St Gobnait's Shrine, Ballyvourney
St Gobnait's Shrine und Friedhof, Ballyvourney, Co. Cork Ceoil / Wikimedia Commons / CC0

Ihr Name geht auf gobha zurück, das irische Wort für Schmied, und eine Ausgrabung von 1951 förderte unter dem runden Steinhaus auf der anderen Straßenseite Schmelzöfen, Tiegel und Schlacke zutage – die Legende von der Metallverarbeitung hat also festen Boden unter sich. Sie ist außerdem die Schutzpatronin der Imker – Séamus Murphys Kalksteinstatue von 1951 zeigt sie auf einem Bienenkorb stehend, umringt von eingemeißelten Bienen, und markiert den Beginn der Runden. Der Weg endet an Tobar Ghobnatan, der heiligen Quelle an einem schattigen Weg, wo ein Fetzenbaum neben dem Becken Klootie-Fetzen und Rosenkränze trägt, die Menschen auf der Suche nach Heilung dort zurückgelassen haben. Für das Wasser stehen meist Becher bereit. Worauf du deinen Besuch abstimmen solltest: Die seltene Eichenholzstatue der Heiligen aus dem 13. Jahrhundert – eine von nur fünf erhaltenen mittelalterlichen Holzstatuen irischer Heiliger – wird nur zweimal im Jahr gezeigt, am 11. Februar und an Pfingstsonntag. An diesen Tagen messen Pilger ein Band an ihr ab und bewahren es als tomhas Ghobnatan auf, ein Schutzamulett. Der Parkplatz an der R585 ist klein und füllt sich an Feiertagen schnell.

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2. Tobernalt Holy Well, County Sligo

Tobernalt Holy Well ist in Sligo älter als das Christentum. Sie begann als Quelle, die mit Lá Lughnasa verbunden war, dem Erntefest, das an natürlichen Wasserstellen gefeiert wurde, und der ältere irische Name Tobar na nGealt, „Quelle der Wahnsinnigen“, verweist nicht auf einen Heiligen, sondern auf eine mittelalterliche Irrenanstalt auf der nahen Cottage Island. Die christliche Schicht kam später: Der örtlichen Überlieferung nach taufte St Patrick hier im 5. Jahrhundert, und ein großer Stein neben dem Becken soll seine Fingerabdrücke tragen, auch wenn die Jahrhunderte sie glatt geschliffen haben. Das heidnische Lughnasa ging im Garland Sunday auf, der noch heute am letzten Sonntag im Juli begangen wird.

Die Quelle liegt in einer von Bäumen gesäumten Senke am Fuß von Carns Hill, etwa zehn Kilometer südöstlich von Sligo town, und ist ein lebendiger Wallfahrtsort, kein bloßes Kulturdenkmal. Ein Gebetsbaum am Becken hängt schwer von Bändern und Rosenkränzen, die dem Brauch nach im Uhrzeigersinn gebunden werden; in dieselbe Richtung geht man auch die Runden um die Quelle. Auch ein Messfelsen steht hier, der flache Steinaltar, an dem unter den Strafgesetzen (Penal Laws) heimlich Messen gelesen wurden, mit einer Nachbildung eines Penal Cross neben dem modernen Schrein. Die erste öffentliche Messe nach der Zeit der Strafgesetze wurde hier 1921 gefeiert, und seither zelebriert der Bischof von Elphin am Garland Sunday eine frühe Messe, meist gegen 6:00 Uhr. Ein ehrlicher Hinweis: Das Schild am Becken sagt, dass das Wasser nicht zum Trinken geeignet ist – hier bindet man also ein Band und verweilt, statt eine Flasche zu füllen. Werktags am Morgen ist es am ruhigsten. Am Garland Sunday kommen die Massen, und für einen Parkplatz solltest du vor Sonnenaufgang da sein.

3. St Brigid’s Holy Well, County Clare

St Brigid’s Holy Well, vor Ort Dabhach Bhride genannt, liegt ein paar Autominuten westlich von Liscannor und lässt sich gut mit den Cliffs of Moher zwei Kilometer die Straße hinauf verbinden – sie ist das stille Gegengewicht zur meistbesuchten Sehenswürdigkeit in Clare. Die Volkskundlerin Máire Mac Neill hielt fest, dass hier vermutlich ein Lughnasa-Fest zu Ehren des Erntegotts Lugh gefeiert wurde, bevor der Ort Brigid neu geweiht wurde – der Äbtissin aus dem 5. Jahrhundert, deren Legende mit der älteren keltischen Göttin gleichen Namens verschmilzt. Diese Doppelung ist hier das Spannende: Die Quelle hat zwei Patronatstage, die beide Traditionen umspannen – St Brigid’s Day am 1. Februar und Mariä Himmelfahrt am 15. August.

Steingrotte und Votivkerzen an St Brigid's Holy Well, Ballysteen, County Clare
St Brigid's Holy Well, Ballysteen, Co. Clare Eneal3 / Wikimedia Commons / CC0

Die Quelle erstreckt sich über zwei Ebenen. Die untere Grotte birgt eine sprudelnde Quelle, eine Bronzestatue von Brigid und Wände voller Gedenkkarten und Kerzen, die Tag und Nacht brennen. Eine steile, verwitterte Treppe führt hinauf zum oberen Heiligtum, zu einem Fetzenbaum aus Esche, behängt mit Klootie-Fetzen, und einem alten Friedhof, der mit dem O’Brien-Clan verbunden ist – derselben Familie, die drüben am Rand des Burren in Corcomroe Abbey bestattet ist. Der Turas beginnt mit Gebeten an der unteren Grotte, führt die Treppe hinauf und umrundet den oberen Garten. Dem Wasser wird nachgesagt, es heile Leiden der Augen und Gelenke. Zwei praktische Dinge: Der Ort ist dem Atlantikwind schutzlos ausgesetzt, und die Stufen hinauf sind steil und bei Nässe glitschig – also ein Besuch für feste Schuhe und Jacke, selbst im August. Die Parkmöglichkeiten am Straßenrand nahe der Abzweigung von der R478 sind begrenzt, komm im Sommer also früh.

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4. Altar Wedge Tomb, County Cork

Das Altar Wedge Tomb liegt nur wenige Meter vom Ufer der Toormore Bay auf der Mizen Peninsula entfernt, etwa 6,7 km westlich von Schull, und vereint drei Epochen sakraler Nutzung an einer einzigen Stelle. Es wurde um 2500 v. Chr. als Grabkammer errichtet, und eine Ausgrabung von Dr. William O’Brien im Jahr 1989 las seine Schichten wie ein Buch: eingeäscherte Überreste in der westlichen Kammer um 2000 v. Chr., flache bronzezeitliche Grubenbestattungen um 1200 v. Chr. und, um 200 n. Chr., eine Grube nahe dem östlichen Ende, gefüllt mit Fisch- und Muschelknochen – eine rituelle Opfergabe an die Ahnen.

Ein großes prähistorisches Keilgrab mit einem massiven Deckstein auf aufrecht stehenden Steinen in einer Wiese oberhalb der Toormore Bay
Altar Wedge Tomb, Toormore Bay, Co. Cork Tourism Ireland, Chris Hill

Der Name verrät die dritte Epoche. Für Opferrituale gibt es hier keinerlei Belege – „Altar“ stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert, als der flache Deckstein als Messfelsen diente und Priester außer Sichtweite der Behörden auf ihm die Messe lasen, während eine kleine heilige Quelle auf der anderen Straßenseite für Segnungen genutzt wurde. Nimmt man die Archäologie hinzu, ergibt sich ein seltener, ununterbrochener Faden sakraler Nutzung von der Jungsteinzeit bis zur Zeit der Strafgesetze. Das Grab ist zudem bewusst in ONO–WSW-Richtung ausgerichtet, sodass an klaren Abenden um Samhain (1. November) die untergehende Sonne hinter dem Mizen Peak, Carn Uí Néit, versinkt. Erreichbar könnte es kaum einfacher sein: ausgeschildert an der R592, kostenlos, jederzeit zugänglich, keine 30 Sekunden von der Haltebucht entfernt. Ignoriere jede Angabe, die es östlich von Schull verortet. Es liegt westlich.

5. St Pecaun’s Holy Well, County Tipperary

St Pecaun’s Holy Well liegt am östlichen Rand des Glen of Aherlow unterhalb der Galtee Mountains, und schon der Weg dorthin gehört zur Geschichte – ein schmaler, von Bäumen gesäumter Pfad endet an einem unbewachten Bahnübergang, und du überquerst die befahrene Bahnstrecke zu Fuß, um zur Quelle zu gelangen. Schau in beide Richtungen, denn hier fahren tatsächlich Züge. Jenseits der Gleise markiert ein 200 Jahre altes Bauernhaus den Weg zu einem steinernen Becken, das ebenerdig eingelassen und über zwei flache Stufen erreichbar ist – Teil einer frühchristlichen Klosteranlage, die um das 7. Jahrhundert von einem Einsiedler namens Béagán gegründet wurde.

Hier gibt es mehr als nur das Wasser. Zu den Ruinen gehören eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, eine Bienenkorbzelle, frühe Kreuzplatten und eine seltene Sonnenuhr aus dem 9. Jahrhundert, datiert auf etwa 800 n. Chr. – alles vom OPW in den 1940er-Jahren neu aufgestellt. In der Bienenkorbzelle trägt ein Stein einen dreifachen Bullaun – zwei große Mulden und eine winzige in der Mitte –, der zum Gebet und, so will es die Überlieferung, zum Buttern genutzt wurde. Die Legenden dazu sind hörenswert. Eine Frau, die einen Butterklumpen vor St Pecaun versteckte, fand ihn zu Stein verwandelt wieder; eine andere Geschichte besagt, dass ein in die Quelle geworfener Stein ein Feuer löschen kann. Der Patronatstag ist der 1. August, wenn die Dorfbewohner sich zum Rosenkranzgebet und für das Quellwasser versammeln, und der Brauch, drei Schlucke zu trinken und sich dabei zu bekreuzigen, lebt fort. Einheimische gehen noch immer in der ersten Woche jedes Monats die Runden. Der kostenlose Parkplatz am Bauernhaus ist klein, komm im Sommer also früh.

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6. Grange Stone Circle, County Limerick

Grange Stone Circle, 300 Meter westlich von Lough Gur, ist der größte Steinkreis Irlands: 113 dicht aneinandergereihte stehende Steine bilden einen Ring von 45 Meter Durchmesser, umgeben von einem Erdwall, der ihm etwas Henge-Artiges verleiht. Er ist rund 4.000 Jahre alt. Eine Grabung von 1939 brachte Tausende Scherben von Glockenbecherkeramik, Feuerstellen, Tierknochen und unverbrannte menschliche Überreste zutage – dies war also ein Ort der Versammlung wie der Bestattung. Der östliche Eingang ist auf den Sonnenuntergang zu Samhain Anfang November ausgerichtet, und 2022 dokumentierte der Fotograf Ken Williams bis dahin unbekannte Ritzungen auf einem der Steine – konzentrische Kreise, Bögen und etwas, das wie eine menschliche Figur aussieht, seltene Markierungen für Munster.

Die hohen, dicht aneinander stehenden Steine des Grange Stone Circle ragen aus offenem Grasland nahe Lough Gur, County Limerick
Grange Stone Circle, Lough Gur, Co. Limerick Courtesy Fáilte Ireland

Es ist die Folklore, die ihn auf diese Liste bringt und nicht auf eine rein archäologische. Der irische Name Lios na Gráinsí verbindet den Ort mit der Sonnengöttin Gráinne, und der größte Stein, über 4 Meter hoch und schätzungsweise 40 Tonnen schwer, heißt Rannach Chruim Duibh, „Crom Dubhs Anteil“, nach der alten Erntegestalt. Ein einzelner Feenbaum wächst neben einem Stein im kleineren zweiten Kreis im Norden, und einer örtlichen Warnung nach ist er ein Portal für die Aos Sí, das Feenvolk – deshalb lässt man ihn in Ruhe. Die weitere Landschaft von Lough Gur ist mit der Göttin Áine verbunden. Kostenlos, ganzjährig zugänglich, Parkplatz an der Straße Limerick–Kilmallock. Komm bei Sonnenaufgang oder in der letzten Stunde des Tageslichts, wenn die tief stehende Sonne über die Steine streift und die Ritzungen ganz ohne Hilfsmittel sichtbar macht.

7. Sylaun Mass Rock, County Galway

Sylaun Mass Rock, etwa 5 km nördlich von Tuam, ist der schlichteste Ort dieser Liste und derjenige, der am unmittelbarsten von einem einzelnen Menschen erzählt. Unter den Strafgesetzen des 17. und 18. Jahrhunderts wurde der katholische Gottesdienst in abgelegene Senken und auf Felsvorsprünge verdrängt, und an diesem Steinaltar – Carraig na hAifrinn – las Pater Ulick Nally heimlich die Messe für seine Gemeinde. Die örtliche Überlieferung erzählt, dass Nally den Behörden jahrelang entging, indem er verdeckt als Hausdiener in einem nahen Anwesen arbeitete. Am Ende wurde er gefasst und 1691 hingerichtet.

Das Denkmal besteht aus einem niedrigen Trockenmauersockel, der eine flache Altarplatte trägt, gekrönt von einem behauenen Kreuz auf einem Postament. Das Kreuz trägt die Inschrift „UNPP HOCONOR 1680“ – das Datum fällt in ein kurzes Fenster der Duldung unter James II., bevor die Verfolgung wieder verschärft wurde –, und in das Postament ist ein Kelch eingemeißelt, der die Stelle markiert, an der die Eucharistie unter freiem Himmel gefeiert wurde. Es ist ein Fünf-Minuten-Halt, kein halber Tag, und außer dem Altar, den Feldern und dem Wind gibt es hier nichts – was gerade den Reiz ausmacht. Kostenlos und ganzjährig zugänglich. Die Haltebucht an der R332 Richtung Kilconly ist klein und die Beschilderung unauffällig, halt also die Augen offen. Wenn du es in Gebrauch erleben möchtest, frag im Pfarrbüro von Tuam nach den jahreszeitlichen Gedenkmessen.

8. Beaghmore Stone Circles, County Tyrone

Die Beaghmore Stone Circles liegen im offenen Moorland der Sperrins, etwa 8,5 Meilen nordwestlich von Cookstown, und wurden nur entdeckt, weil ein Mann Torf stach. Ende der 1930er-Jahre stieß der Torfstecher George Barnett auf einen Stein; weiteres Stechen im Lauf der 1940er-Jahre legte die gesamte Anlage frei – sieben Steinkreise, zehn Steinreihen und zwölf Grabcairns, insgesamt 1.269 Steine, die das Moor über Jahrhunderte verschluckt hatte. Achte auf die Meilen: Das hier ist Nordirland, und jenseits der Grenze sind die Straßenschilder in imperialen Einheiten.

Niedrige Steinkreise und Steinreihen ragen aus dem Heidemoor von Beaghmore, County Tyrone
Beaghmore Stone Circles, Co. Tyrone Courtesy of Tourism Northern Ireland

Feuerstellen und Feuersteinwerkzeuge hier datieren auf 2900–2600 v. Chr., Menschen lebten also lange vor der Errichtung der Steine auf diesem Boden, und einige der Reihen durchschneiden sogar ältere Feldmauern. Die Besonderheit, die Beaghmore heraushebt, ist ein Kreis voller über 800 winziger aufrecht stehender Steine, vor Ort „Drachenzähne“ genannt. Drei der Steinreihen weisen auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende, eine weitere verfolgt einen Mondwendepunkt – die Anlage funktionierte also als Kalender. Derselbe klare Himmel, auf den sich die Erbauer verließen, hält bis heute: Der OM Dark Sky Park beim nahen Davagh Forest ist Nordirlands erster, und in einer mondlosen Nacht steht die Milchstraße deutlich über einem. Kostenlos, geöffnet von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, kleiner Parkplatz an der Blackrock Road. Das Moorland wird nach Regen rasch sumpfig, wasserdichte Stiefel sind also Pflicht, und der Ort schließt gelegentlich für kurze Erhaltungsphasen – ein Blick vorab lohnt sich, bevor du losfährst.

9. Kenmare Stone Circle, County Kerry

Kenmare Stone Circle beschließt die Liste, weil er auf kleinstem Raum am meisten bietet – nur ein kurzer Fußweg von der Market Street in Kenmare entfernt, und doch sperrt die bewaldete Lage die Stadt vollständig aus. Er ist einer der größeren Kreise im Südwesten und ein ungewöhnlicher dazu: nicht rund, sondern eiförmig, mit fünfzehn Findlingen am Rand und einem großen Zentralstein unter einem Deckstein, vermutlich eine Grabstätte. Einheimische nennen ihn „The Shrubberies“ oder „The Druid’s Circle“. Wie bei mehreren Orten dieser Liste rahmt seine östliche Lücke den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende, und an diesem Morgen fällt das erste Licht hindurch und trifft den zentralen Deckstein.

Große stehende Steine in einem eiförmigen Ring auf einer Rasenfläche, umgeben von immergrünen Bäumen, am Kenmare Stone Circle
Kenmare Stone Circle, Co. Kerry Courtesy Brian Morrison

Der lebendige Brauch ist ein Weißdorn-Feenbaum, der neben dem Kreis steht. Der Überlieferung nach bringt es Glück, ein Band zu binden oder eine kleine Gabe zu hinterlassen, und der Baum wird besonders um Lá Bealtaine am 1. Mai geehrt, wenn überall in Irland dem Weißdorn gehuldigt wird. Es ist ein passender letzter Halt, denn er zeigt denselben Instinkt, der unter jedem Ort dieser Liste liegt – ob Wasser, Stein oder Dornbusch: Die Menschen hinterlassen immer wieder etwas und gehen im Kreis darum herum. In Privatbesitz, aber frei zugänglich, mit einer Spendenkasse auf Vertrauensbasis, einem Kiesweg und einem kleinen Parkplatz am Tor. Nimm selbst im Juli eine leichte Jacke mit: Die Waldlage ist ein gutes Stück kühler als das Stadtzentrum ein paar Hundert Meter entfernt.

Wenn du mehrere davon aneinanderreihst, plane deine Besuche eher nach den Patronatstagen als nach den Fahrzeiten. Tauch am 11. Februar oder an Pfingstsonntag bei St Gobnait’s auf oder am letzten Julisonntag bei Tobernalt, und du findest die Quellen belebt und die Fetzenbäume frisch behängt – die Orte tun das, wofür sie geschaffen wurden, statt für ein Foto leer dazustehen.

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